15. Mä 2009 |
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Studie zur Kooperationsbereitschaft von Unternehmen im BildungsbereichUnternehmen sehen sich in der Verantwortung für den Bildungsbereich und wollen in den Schulen aktiv werden, so das Fazit einer Studie zur Bereitschaft von Unternehmen, mit Schulen konkret zu kooperieren. Allerdings scheitern manche Kooperationsprojekte, weil es mit der Kommunikation zwischen Schule und Wirtschaft hapert oder die Unternehmen sich nicht ausreichend eingebunden fühlen. Durchgeführt wurde die Studie von der Forschungsstelle Jugend – Medien – Bildung in Ludwigsburg. Eckwerte der Studie Die beteiligten Unternehmen kommen aus den Bereichen Handel (23 Prozent ), produzierendes Gewerbe (25 Prozent ) und Dienstleistung (47 Prozent ). Es sind Großunternehmen (5 Prozent ) ebenso vertreten wie der Mittelstand (44 Prozent ) und Kleinunternehmen (51 Prozent ). Vor allem der letzte Wert zeigt, dass nicht nur finanzkräftige Konzerne, sondern auch die Unternehmen vor Ort sich mit der Verantwortung für den Bildungsbereich auseinandersetzen. Die Befragung von rund 4000 Unternehmen der Region Ludwigsburg kam in enger Kooperation mit der Bezirkskammer Ludwigsburg der IHK Stuttgart zustande. Sie ergänzt damit die vor Kurzem vorgestellte Schulstudie der Forschungsstelle Jugend - Medien - Bildung, in der deutlich wurde, dass es an Konzepten und Finanzierungsmöglichkeiten für Ganztagsangebote in Schulen mangelt. Hier bietet sich eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Schulen an. 93 der befragten Unternehmen halten Kooperationen zwischen Wirtschaft und Schule für wichtig, 43 Prozent sogar für sehr wichtig. Als Motive stehen dabei die aktive Steigerung der Bildungsqualität ebenso im Vordergrund wie die konkrete Unterstützung der Schulen jeweils am Standort der Unternehmen. "Ökonomische Interessen der Unternehmen sind zu vernachlässigen, selbst Werbemöglichkeiten in den Schulen würden die meisten Unternehmen ablehnen. Die unberechtigte Sorge vieler Pädagogen und Eltern sollte den Kontakt mit Unternehmen daher nicht erschweren", betont Prof. Dr. Matthias Rath, der als Vorsitzender des Bildungsrats Baden-Württemberg selbst jahrelang den engen Kontakt zwischen Schule und Wirtschaft unterstützt hat. Schulabsolventen entsprechen nicht den ErwartungenFür viele Unternehmen scheinen auch Erfahrungen mit den eigenen Auszubildenden maßgebend zu sein: Die grundsätzliche Ausbildungsfähigkeit der Schulabsolventen, die in den Unternehmen eine Ausbildung beginnen, wird auf einer Notenskala von 1 bis 6 mit 2,9 bewertet. "Da Unternehmen ihre Auszubildenden selbst auswählen, ist ein Wert um befriedigend herum nicht besonders gut. Besonders dramatisch ist es in Deutsch. Nahezu jedes zweites Unternehmen sieht hier unbedingt Förderbedarf", so Prof'in Dr. Gudrun Marci-Boehncke, Leiterin der Forschungsstelle und Germanistin. Neue Kooperationsformen müssen entwickelt werdenWie könnten solche Kooperationen aussehen? Häufig werde noch klassisch in Praktika, Betriebsbesichtigungen und durch Spenden kooperiert. Für den aktuellen Bedarf auch an Ganztagsangeboten in den Schulen seien aber alternative Formen notwendig, die Unternehmen mit ihren Kompetenzen auch am Unterricht beteiligen. "Wir müssen heute verschiedene Bildungsangebote und vor allem unterschiedliche Lernorte anbieten, um alle Kinder und Jugendlichen mit ihren individuellen Fähigkeiten zu erfassen", erläutert Jürgen Joos, der durchführende Mitarbeiter der Ludwigsburger Forschungsstelle. Gerade in diesem Bereich gehen die Selbsteinschätzungen der Unternehmen aber zum Teil weit auseinander. Während ein Drittel der Unternehmen bereit ist, sich mit Mitarbeitern aktiv im Unterricht zu engagieren, lehnen 40 Prozent die konkrete Unterrichtsituation ab. Bei der Planung von Unterrichtsinhalten sind die Unternehmen schon mutiger, 42 Prozent können sich das vorstellen. Häufig mangelt es an KommunikationDoch guter Wille kann auch scheitern. Bei über der Hälfte der misslungenen Kooperationen zeigten Schulen kein Interesse oder es mangelte am nötigen aufeinander Zugehen. Kooperationsziele und Kooperationsinhalte werden von Schulen nicht deutlich genug formuliert oder es mangelt an der notwendigen Organisationsstruktur. Solche und ähnliche Probleme müssten durch Vermittlungsstellen, die beide Sprachen sprechen, ausgeräumt werden. Die Koordinatoren der Bildungspartnerschaften in den Bezirken der IHK sind ein erster Schritt, aber Unternehmen brauchen auch konzeptionelle und pädagogische Unterstützung. "Hier sind die Hochschulen gefragt, neue Berufsfelder für Pädagogen müssen entdeckt und erschlossen werden", betonen Marci-Boehncke und Rath. |









