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15.
2009
Jungen sind Verlierer im Bildungssystem PDF Drucken E-Mail
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AKTUELLES - externe News
Geschrieben von: Zier, Oswin   
Das dritte Jahresgutachten des Aktionsrats Bildung deckt auf: Das deutsche Bildungssystem verstärkt Geschlechterdifferenzen zu Lasten der Jungen.
"Die teilweise eklatanten Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen in der Bildungsbeteiligung und in den Leistungen sind keineswegs angeboren. Vielmehr entwickeln sie sich im Laufe der Kindheit durch soziale Prägungen und werden vom Bildungssystem zu Lasten der Jungen verstärkt. Beim Übergang auf das Gymnasium müssen Jungen eine deut-lich höhere Leistung erbringen. Der Weg in die Berufsausbildung ist für Jungen erschwert: Durch fehlende Schulabschlüsse starten sie nur verzögert oder gar nicht in die Ausbildung. Von allen Schulabgängern ohne Abschluss sind 62 Prozent Jungen",  erklärte der Vorsitzende des Aktionsrats Bildung, Prof. Dr. Dieter Lenzen.
Der Aktionsrat Bildung fordert daher, dass das pädagogische Personal in seiner Gender-Kompetenz obligatorisch geschult wird. Insbesondere das frühpädagogische Personal muss besser entlohnt werden. Der Unterricht sollte geschlechtsspezifische Interessen berücksichtigen und Stereotypenbildung entgegenwirken. Bei der Berufswahl sollten Eltern ihre Kinder entsprechend begleiten.

"Wir müssen die unausgewogene Bildungsbeteiligung zwischen Jungen und Mädchen auffangen. Es darf keine Bildungsverlierer geben. Denn uns läuft die Zeit davon. Langfristig steuern wir auf einen Arbeitskräftemangel zu, der durch die aktuelle wirtschaftliche Lage nur verzögert wird", warnte Randolf Rodenstock, Initiator des Aktionsrats Bildung. "Nur knapp 25 Prozent erlangen die Hochschulreife, davon 43 Prozent Jungen. Ein knappes Viertel der Jugendlichen und davon 62 Prozent Jungen kann aufgrund mangelnder Abschlüsse keine Ausbildung beginnen. Wir können es uns nicht leisten, jährlich rund 44.000 junge Männer auf dem Bildungsweg zu verlieren."

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