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23.
2010
Jeder Zweite wechselt nach der Ausbildung den Beruf PDF Drucken E-Mail
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AKTUELLES - externe News
Geschrieben von: Zier, Oswin   

Jeder zweite Absolvent einer betrieblichen Ausbildung arbeitet fünf Jahre nach dem Abschluss in einem anderen als dem ursprünglich erlernten Beruf. Darauf hat der Sozialwissenschaftler und Berufsforscher Martin Baethge am 16. März auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) in Mainz hingewiesen.

Als Konsequenz fordert Baethge eine Stärkung der allgemeinen Grundbildung in den Schulen und eine Entspezialisierung der Berufsausbildung. Angesichts des schnellen Wandels der Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt führe an mehr allgemeiner Grundbildung kein Weg vorbei, sagte Baethge. Die Mittlere Reife müsse zum Regelschulabschluss werden. Dazu sollte die Sekundarstufe I bis Klasse zehn als Ganztagsschule neu konzipiert werden. Zugleich müsse die Berufsorientierung im Unterricht verbessert und die Schule dem Schüler mehr Hilfe bei der Berufswahl anbieten.

Baethge verwies darauf, dass die jungen Menschen heute bei Eintritt in eine betriebliche Ausbildung im Schnitt 19 Jahre alt seien. Wesentlicher Grund dafür sei die Ausweitung eines Übergangssystems zwischen Schule und Berufsausbildung mit "Warteschleifen" von oft zweifelhaftem Nutzen. Bei einer Reform der Ausbildungsinhalte könnte auch die Dauer einer Lehre flexibler geregelt werden.Die sozialen Folgen von niedrigen Schul- und Berufsbildungsabschlüssen seien erhöhte Arbeitsmarktrisiken, mangelnde Flexibilität und eine zu geringe "Teilhabe an Weiterbildung", sagte Baethge weiter. Neue Forschungsarbeiten, die auf der Konferenz in Mainz vorgestellt wurden, belegten frühere Studien, wonach die Bereitschaft zur betrieblichen wie allgemeinen Weiterbildung mit dem Niveau des Bildungsabschlusses steigt.

Quelle: dpa-Dossier Bildung Forschung 12/22.03.2010

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 23. März 2010 um 11:59 Uhr
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