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07.
Dez
2007
PISA 2006: Pädagogik oder Politik? PDF Drucken E-Mail
AKTUELLES - schulextern
Geschrieben von: Administrator   
06.12.2007  Bildungsinternationale warnt vor Reduzierung auf ein "Sportergebnis"

(bikl.de/pm) Die Bildungsinternationale zeigt sich beunruhigt über die "Politisierung der PISA-Ergebnisse". Der Generalsekretär der Organisation von fast 400 Bildungsgewerkschaften mit 30 Millionen Mitgliedern aus rund 170 Ländern, Fred van Leeuwen, forderte Eltern und politische Entscheidungsträger auf, Berichte über diese Studie mit der gebotenen Skepsis zu lesen. Nach Veröffentlichung der jüngsten PISA-Ergebnisse 2006, so die Bildungsinternationale, machten Pädagogen auf der ganzen Welt dieselbe Erfahrung: In Ländern, in denen die Schüler am besten abschnitten, beglückwünschten sich die Politiker gegenseitig und rechneten sich das Ergebnis als Folge ihrer guten Bildungspolitik an. In Ländern mit geringeren Leistungen machten Politiker das Schulsystem und die Lehrer für das schlechte Abschneiden verantwortlich. Und in beiden Fällen konzentrierten sich Presseberichte eher auf die Rangfolge und verbreiteten dadurch eine stark vereinfachte "Länderranking"-Sichtweise. "PISA ist mehr als die Leistungsrangfolge der Länder und Systeme, wird aber häufig genauso wiedergegeben. Und wir können daher mit Fug und Recht die Frage stellen, ob PISA nicht nur noch ein Medienphänomen darstellt", sagte der Generalsekretär der Bildungsinternationale Fred van Leeuwen.
"Die Komplexität von Bildung kann nicht auf ein Sportergebnis reduziert werden, bei dem manche Kinder als Sieger und andere als Verlierer dargestellt werden", so Leeuwen weiter.

Die Bildungsinternationale begrüße vergleichende, internationale Untersuchungen zur Bildung und PISA habe den Verdienst, sowohl Qualitäts- als auch Vergleichbarkeitsprobleme zu behandeln. Dennoch biete die PISA-Studie nur einen Schnappschuss, der wiedergebe, wie eine Schülergruppe auf eine Reihe von Fragen antwortet. Sie biete kein vollständiges und nuancenreiches Bild der Bildungslage in einem Land und könne dieses auch nicht leisten.

Van Leeuwen sagte, dass es gewerkschaftlich organisierte Lehrer tief beunruhige, wenn sie feststellen müssten, dass Regierungen Bildungsreformen mit dem ausgesprochenen Ziel durchführten, bei PISA besser abzuschneiden. "Derartig oberflächliche Ziele sind eine starke Bedrohung für eine Bildung hoher Qualität und den Zugang zu einer Bildung für alle", fügte er hinzu.

Die Bildungsinternationale stellt auch die grundlegende Annahme der OECD infrage, wonach Bildungssysteme ihre Ziele hauptsächlich an der Arbeitsmarktnachfrage auf dem hart umkämpften globalen Marktplatz ausrichten sollten.

"Schulbildung sollte mehr sein als Lernen, um später Geld zu verdienen. Wir verfechten einen umfassenderen, runderen Bildungsansatz, der die Zukunft des Schülers als Weltbürger ins Auge fasst und nicht nur seine Arbeitskraft", sagte van Leeuwen.

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