Auch wenn Sie nicht zu den Menschen gehören, die im Rahmen von Adminstratoren-Tätigkeiten Rechner in kleineren oder größeren Netzwerken fernsteuern müssen, so könnte dennoch auch für Sie das Thema Remote-Support oder Desktop-Sharing von Interesse sein.
Stellen Sie sich das folgende Szenario vor: Ihr Bekannter oder Ihre Freundin ruft Sie verzweifelt an und bittet Sie um Hilfe bei einem Softwareproblem. Nun wohnt er/sie nicht gerade um die Ecke und Ihr Telefon-Support bringt auch nicht den erwünschten Erfolg; nützlich wäre es, wenn Sie den Monitor, oder zumindest das, was auf ihm ausgegeben wird, vor sich hätten.
Windows bietet zwar von Hause aus die Möglichkeit "Remotedesktopverbindungen" herzustellen, allerdings ist dieser Weg wenig komfortabel, scheitert meist an irgendwelchen Firewall-Einstellungen oder Router und ist zudem nur zwischen Windows-Rechnern möglich. Was ist, wenn der Partner-PC ein Mac- oder Linux-System beherbergt?
Ich möchte Ihnen 2 Lösungen vorstellen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie für Privatanwender kostenlos und dennoch sehr leistungsfähig sind und internetweit einsetzbar.
LÖSUNG 1: TEAMVIEWER
Das inzwischen für Privatanwender kostenlose Tool TeamViewer, dass auch ohne Installation funktioniert, generiert beim Start auf dem Steuer-PC eine ID sowie ein Passwort, die dem Partner telefonisch oder per Mail übermittelt werden müssen. Nach Eingabe der Daten auf dem Partner-PC haben Sie Zugriff auf den Rechner. Der Zugriff funktioniert laut Anbieter auch durch Firewalls hindurch; ist keine direkte Verbindung zwischen den Rechnern möglich, laufen die Daten über einen TeamViewer-Router. Der komplette Datenverkehr wird laut Anbieter bei dem TeamViewer verschlüsselt.
Neben der Fernwartung ist es auch möglich, Dateien auf den Zielrechner zu übertragen, ebenso kan die "Verbindungsrichtung" im laufenden Betrieb geändert werden. Auf diese Weise können Teams beispielsweise wechselseitig ihre Desktops einsehen oder fernsteuern. Darüber hinaus wäre es möglich, den Anwender am Partner-PCbei der Lösung eines Software-Problems zu unterstützen oder Kunden über TeamViewer spezielle Software oder Präsentationen vorzuführen. TeamViewer kann auch als Systemdienst installiert werden und läuft dann im Hintergrund und ermöglicht den Zugriff auf den Rechner - beispielsweise von unterwegs.
Eine kleine Einschränkung gibt es bei der kostenlosen Version:
Pro Monat darf TeamViewer maximal 25 Stunden genutzt werden, was für Privatanwender aber ausreichend sein sollte. Lizenzen für den Einsatz im professionellen Bereich kosten zwischen 415 und 1188 Euro.
DEMO
LÖSUNG 2: UltraVNC
Mit UltraVNC können Sie einen oder mehrere Computer von Ihrem Rechner im Netzwerk fernsteuern. Auf Ihrem PC starten Sie nach der Installation den UltraVNC Viewer und auf dem/den zu steuernden PCs den UltraVNC Server. Mit Hilfe der Installationsanleitung ist UltraVNC mit wenigen Klicks installiert.
Download: UltraVNC (Anbieter: www.uvnc.com)
Die folgende kurze Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie, trotz vielfältiger Optionen, in kürzester Zeit eine Verbindung zwischen zwei PCs aufbauen:
Schritt 1
Starten Sie auf dem Partner-Rechner, den Sie fernsteuern möchten, den UltraVNC Server. Unten rechts in der Taskleiste taucht ein Symbol mit einem Auge auf, d.h. der UltraVNC-Server läuft und wartet auf eingehende Verbindungen. Der PC ist zum fernsteuern bereit.
Schritt 2
Zeigen Sie mit der Maus auf das neue Taskleisten-Icon: der Server zeigt Ihnen die IP-Adresse des Rechners, die Sie sich notieren.
Schritt 3
Klicken Sie auf das Taskleisten-Symbol. Ein Autentifizierungs-Fenster öffnet sich. Setzen auf jeden Fall ein Passwort für diesen Client-PC, damit nicht jeder im Netzwerk auf diesen Rechner zugreifen kann.
Schritt 4
Starten Sie nun auf Ihrem Steuer-PC den UltraVNC -Viewer.
Schritt 5
UltraVNC-Viewer öffnet ein Verbindungsfenster. Die vielfältigen Optionen in diesem Fenster lassen wir für diesen Test zunächst außer Acht. Geben Sie oben in der ersten Zeile hinter "VNC Server" die eben notierte IP-Adresse des Zielrechners, den Sie fernsteuern möchten, ein.
Schritt 6
VNC verbindet Sie nun mit dem Zielrechner; um genauer zu sein: mit dem UltraVNC-Server auf dem Zielrechner und fragt nun nach dem Passwort, das Sie eben auf dem Zielrechner gesetzt haben.
Schritt 7
Nach der korrekten Passworteingabe öffnet sich auf Ihrem PC ein Fenster mit dem Desktop des Zielrechners. Nun können Sie den Zielrechner bequem in einem Fenster auf Ihrem Desktop steuern.
DEMO (Youtube-Video)
Um den PC mit UltraVNC auch über das Internet fernzusteuern und um jederzeit zu wissen, unter welcher Adresse Sie den fernzusteuernden PC erreichen, muss der DSL-Router, mit dem der Zielrechner ins Internet geht, eine feste IP bzw. Namen erhalten.
Viele Router unterstützen zu diesem Zweck den Online-Dienst DynDNS (www.dyndns.org).
Legen Sie sich unter www.dyndns.org einen Account an:
Unter "MyHost > Dynamic DNS" müssen Sie dann einen Namen angeben, unter dem Sie das Domain Name System immer findet. Beispiel: meinpc_zuhause.dyndns.org
Wie Sie z.B. die Fritz!Box, ein weit verbreiterter DSL-Router, entsprechend konfigurieren, erläutert Ihnen das folgende Video-Tutorial "Fritz!Box Tutorial 8 - Dyndns".
|