06. Dez 2011 |
|
Rund 42 Prozent der Auszubildenden in Rheinland-Pfalz müssen laut einer Gewerkschaftsumfrage regelmäßig Überstunden machen. Skandalös ist: Davon erhielten knapp 18 Prozent dafür weder Geld noch einen Freizeitausgleich, so der Ausbildungsreports 2011 in Mainz. Weitere rund 15 Prozent der Chefs wüssten gar nicht, wie der Überstundenausgleich geregelt sei. "Viel zu häufig werden Überstunden als normal angesehen. Zum Teil würden Auszubildende als billige Arbeitskräfte angesehen. Zu bemängeln ist laut DGB auch, dass häufig kein betrieblicher Ausbildungsplan existiert. Knapp 45 Prozent der Befragten gaben an, keinen solchen Plan erhalten zu haben. Fast jeder zehnte Auszubildende verrichte immer oder häufig ausbildungsfremde Tätigkeiten. "Manche müssen beim Chef den Rasen mähen, manche kehren den Hof, andere stehen nur an der Kasse", sagte die Chefin der Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Rheinland-Pfalz, Susanne Wingertszahn. Es gebe Fälle, in denen Auszubildende den ganzen Betrieb schmissen und den Ausbilder nur an wenigen Tagen zu Gesicht bekämen, ergänzte sie. Neun Prozent der Befragten sehen der Umfrage zufolge ihren Ausbilder selten oder nie am Arbeitsplatz. "Das ist 'Learning by doing' ohne fachliche Anleitung." Negativ ist laut DGB auch die fehlende Perspektive für Azubis. Nur knapp ein Viertel der Befragten gab an, nach der Ausbildung sicher übernommen zu werden. Der DGB hatte insgesamt 1190 Azubis aus 24 Ausbildungsberufen des dualen Systems befragt. |
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 06. Dezember 2011 um 17:28 Uhr |









