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13.
Mai
2011
Cybermobbing - Je beliebter, desto gemeiner PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Zier, Oswin   

Nicht die zurückhaltenden und meist unbeliebten Außenseiter sind es, die das Internet für anonyme Beleidigungen missbrauchen, wie oft vermutet wird, sondern die gut integrierten Schüler, stellt eine deutsche Studie fest.

Mobbing ist kein neues Phänomen; das Cybermobbing hat allerdings stark zugenommen. Mit der Verbreitung von Internet und Handy hat sich das Belästigen, Bloßstellen etc. vermehrt in den vermeintlich anonymen "virtuellen Raum" verlagert. Immer mehr Schüler nutzen das Internet für Streitigkeiten, Rachefeldzüge Beleidigung, etc.

Während die Cybermobbing-Opfer im Freundschafts-Netzwerk der Klasse oft eine Außenseiterposition haben, nehmen die Täter meist eine zentrale Position ein; das Mobbing kommt oft aus der Mitte der Klassengemeinschaft, so die Forscher der Uni Hohenheim in ihrer Studie "Cyber-Mobbing" an Schulen".

Sie haben auch noch eine andere Gruppe untersucht: die Schüler, die ihre Kollegen mobben, aber auch selbst schon Opfer von Mobbing geworden sind. Sie machen mehr als ein Drittel der Täter aus; auch sie sind aber keine Außenseiter, sondern im Gegenteil, beliebt, gut integriert und werden oft als "Freunde" genannt.
 
Je beliebter, desto gemeiner
 
Erst kürzlich brachte eine US-Studie ähnliche Ergebnisse. Je weiter sich Jugendliche in der sozialen Hierarchie der Schule hocharbeiteten, desto mehr drangsalierten sie ihre Mitschüler. Nur jene am obersten und am untersten Rand der Beliebtheitsskala bildeten eine Ausnahme.

In der US-Studie ging es um reales Mobbing (also nicht im Internet). Allerdings zeigten die Forscher der Uni Hohenheim eine interessante Parallele auf: Mobbing ist offenbar ein relativ "stabiles" Verhalten. Ein beträchtlicher Teil derjenigen, die ihre Mitschüler im realen Leben quälen, tun dies auch im Internet.
 
Die deutschen Forscher haben auch Persönlichkeitsprofile erstellt. Tendenziell sind es die fleißigen, unsicheren und zurückhaltenden Schüler, die Opfer von Cybermobbing werden; vor allem Mädchen sind betroffen. Die Täter sind dagegen meist extroviertierte Typen, weniger gewissenhaft und wenig verträglich

Sieben Prozent der 9- bis 16-jährigen Schüler in Österreich sind laut der Studie "EU Kids Online" schon Opfer von Cybermobbing geworden.

Die Initiative "Safer Internet" hat eine Broschüre zum diesem Thema herausgegeben; sie gibt Lehrern grundlegende Informationen und Tipps, wie sie das Phänomen im Unterricht thematisieren können.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 13. Mai 2011 um 12:01 Uhr
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