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18.
Apr
2011
Soziale Online-Netzwerke für Jugendliche - Fluch oder Segen? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Zier, Oswin   

77 Prozent der 13- bis 16-Jährigen und 38 Prozent der 9- bis 12-Jährigen in der EU haben ein Profil auf der Website eines sozialen Netzes. Das ergab eine europaweite Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission.
Mehr als 500 Millionen Menschen weltweit nutzen das größte Soziale Online-Netzwerk Facebook. Daneben existieren unzählige regionale und lokale Online-Netzwerke. Für Jugendliche, so eine aktuelle Untersuchung der Uni Leipzig, sind Facebook, SchülerVZ & Co. längst zu einem zentralen Bestandteil ihres Medienalltags geworden. Dies birgt Chancen aber auch Risiken: "Soziale Online-Netzwerke bringen neue Handlungsräume hervor, die für jugendliche Nutzer von zentraler Bedeutung, für ihr soziales Leben unentbehrlich geworden sind."

Viele Jugendliche bewegen sich mit einer Selbstverständlichkeit in den Netzwerken, so das Ergebnis der Untersuchung. Schließlich sind Freunde, Klassenkameraden und fast alle Gleichaltrigen dort vertreten. Für die Heranwachsenden ist es also unumgänglich in einem Sozialen Online-Netzwerk zu sein. Dabei, so die Studie weiter, zeigt sich ein deutlicher Trend zum "Zweitnetzwerk": Insgesamt 70 Prozent der online befragten Jugendlichen sind auf mindestens zwei Netzwerkplattformen aktiv. Ein Drittel der Befragten nutzt sogar drei oder mehr Plattformen. Der Grund: Die Jugendlichen sind auf verschiedenen Plattformen mit unterschiedlichen Freundeskreisen vernetzt oder können dort mit "Gleichgesinnten" Kontakt schließen.

Genutzt werden die Plattformen in erster Linie zur Kommunikation mit Freunden und Bekannten und damit zur Pflege von (realen) sozialen Beziehungen. Dabei gehen viele Jugendliche aber auffallend leichtfertig mit ihren Daten um. Ein Viertel der Kinder, die soziale Netze wie Facebook, Hyves, Tuenti, Nasza-Klasa SchuelerVZ, Hi5, Iwiw oder Myvip nutzen, gibt dabei an, dass ihr Profil auf "öffentlich" eingestellt ist, also von jedermann eingesehen werden kann. Bei vielen dieser Profile wird auch Adresse und Telefonnummer preisgegeben, so das Ergebnis der EU-Studie.
Fast alle Befragten kennen die Privatsphäre-Einstellung und damit die Möglichkeit, den Zugriff Fremder auf das eigene Profil zu unterbinden. Doch weniger als die Hälfte von ihnen macht von dieser Funktion Gebrauch. Das liegt unter anderem daran, dass die Jugendlichen in den Netzwerken neue Beziehungen aufbauen wollen, aber auch an dem Wunsch nach positiver Selbstpräsentation.

Dieser offensichtliche Widerspruch - das Wissen um die Gefahr und der Wunsch nach deutlicher Präsenz im Netz - führt zu Unsicherheiten im Handeln der Jugendlichen, so die Autoren, "die auf notwendige medienpädagogische Unterstützung verweisen".

Studie: http://www.uni-leipzig.de/~mepaed/medienkonvergenz-monitoring/ergebnisse/memo-son10-medienkonvergenz-monitoring-soziale-online-netzwer 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 18. April 2011 um 20:41 Uhr
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