15. Jan 2009 |
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Aus diesem Grund besuchten wir im Dezember die Gedenkstätte der ehemaligen Landesheilanstalt Hadamar. Die Nationalsozialisten nannten Menschen mit Behinderungen „lebensunwert“. Sie wollten die Kosten für Heime sparen. In Hadamar wurden ca. 15 000 behinderte Menschen in der Nazizeit ermordet. Wir nahmen an einer Führung teil und erfuhren, was 1941 mit diesen Menschen passiert war. Sie wurden auf Umwegen aus den Heimen und Kliniken ihrer Heimat durch ganz Deutschland nach Hadamar gebracht, damit die Angehörigen nicht nachvollziehen konnten, wo sich ihre Familienmitglieder befanden, bzw. was mit ihnen passieren sollte. Sie wurden in großen grauen Bussen mit abgedunkelten Scheiben in die Tötungsanstalt transportiert. Die Busse wurden in einer Garage geparkt und die Patienten wurden durch eine Art Tunnel zum Haus gebracht, damit sie nicht gesehen wurden und auch nicht weglaufen konnten. Die Tötungsanstalt war als Krankenhaus getarnt, sodass die Patienten den Eindruck hatten, in eine andere Klinik verlegt worden zu sein. Sie wurden registriert, von einem Arzt untersucht und zum “Duschen“ geschickt. Sie mussten ihre Kleidung ausziehen und wurden in den Keller geführt. Aus den Duschen strömte tödliches Gas. Durchschnittlich siebzig Menschen wurden pro Tag getötet. Das Gas blieb zwanzig Minuten im Raum. Einige vorher vom Arzt markierte Menschen wurden nach ihrer Ermordung auf einen Seziertisch gelegt, wo ihnen zu wissenschaftlichen Zwecken, die Gehirne entnommen wurden. Die anderen wurden zu den Verbrennungsöfen gebracht, in denen sie verbrannt wurden. Die Asche kam in ein Massengrab auf dem nahegelegenen Friedhof. Die Angehörigen bekamen einen Brief, in dem stand, dass ihre Verwandten an einer angeblichen Krankheit gestorben seien. 1942 bis 1945 gab es eine zweite Tötungswelle. In dieser Zeit wurden die Patienten durch Überdosen an Medikamenten und systematischer Unterernährung ermordet.
Neben der Führung durch die historischen Örtlichkeiten besuchten wir die Dauerausstellung und arbeiteten in Gruppenarbeit die Schicksale einzelner Opfer heraus. Der Besuch der Gedenkstätte war unglaublich eindrucksvoll und lehrreich. Unsere Gefühle bewegten sich zwischen Angst, Unverständnis, Trauer um die Opfer und der Gewissheit, dass es so etwas nie wieder geben darf! Klasse BF2A |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 15. Januar 2009 um 12:20 Uhr |









Seit einigen Wochen behandeln wir im Politikunterricht bei Frau Frank das Thema „Menschenrechte“. Eine besonders grauenvolle Verletzung der Menschenrechte war die Tötung vieler Millionen Menschen während des Nationalsozialismus.
Wir gingen die gleichen Wege, wie es 1941 die damaligen Opfer, Frauen, Männer, Kinder getan hatten. Wir liefen an den Garagen los, durch das Gebäude, was seinerzeit als Krankenhaus getarnt war, hinunter in den Keller zu den so genannten Duschräumen. Bei der Vorstellung, dass genau da, wo wir standen, viele Menschen zu Tode gekommen waren, fühlten sich viele von uns ängstlich, hilflos und beklommen. Wir sahen den Raum mit den Seziertischen und das Krematorium. Am Ende der Führung besuchten wir den Friedhof, eine große Wiese, unter der die Asche von vielen tausend Menschen liegt.