Am Mittwoch den 02.06.10 haben wir einen Ausflug in das Dialog Museum gemacht. Zuerst sollten wir uns in Gruppen einteilen. Anschließend hat uns ein älterer Herr erklärt, wie man mit einem Blindenstock umgehen muss. Nach ca. 15 minütiger Einführung konnten wir uns endlich in den dunklen Raum begeben. Dort haben wir unseren Führer getroffen, der uns mitgeteilt hat, dass, wenn wir seine Anweisungen befolgen, uns nichts passieren kann. Wir betraten einen absolut dunklen Raum, man hatte das Gefühl in der Natur zu sein. Man konnte das Rauschen von Bäumen, das Zwitschern von Vögeln und das Plätschern vom Wasser hören. Wir tasteten uns mit dem Blindenstock über den Boden und der Führer half uns zwischendurch immer mal wieder den Weg zu finden.
Anschließend setzten wir uns für eine kurze Zeit auf eine Bank, um die Geräusche auf uns wirken lassen (gar nicht so einfach wenn man nichts sieht). Nach etwa 5 Minuten sind wir dann weiter gegangen. Am Wegesrand sollten wir einen Stein ertasten, in dem das Wappen von Frankfurt eingraviert war. Als nächstes mussten wir durch einen kleinen Zwischenweg, wo wir mit den Füssen gemerkt hatten, dass wir über Kieseln laufen. Wir kamen in einen Raum, in dem wir uns auf den Boden hinsetzten. Aus der Dunkelheit erklangen verschiedene Tierstimmen und afrikanisch klingende Musikstücke. Durch die Dunkelheit kam uns die Musik viel intensiver vor, da unser Hörsinn ziemlich geschärft gewesen ist. Die Tiergeräusche haben sehr real geklungen, als ob die Tiere mit uns im Raum wären. Weiter ging´s zu einem Raum mit Hauswänden. Hier hörten wir Straßengeräusche und sollten eine Ampel überqueren. Unser Führer teilte uns nebenbei mit, dass blinde Menschen am Geräusch der Ampel erkennen können, ob die Ampel rot oder grün ist. Kurz darauf, auf der anderen Straßenseite, konnten wir einen Briefkasten, einen Geldautomaten und eine Telefonzelle mit unseren Händen spüren. Ein Stückchen weiter war ein Stand mit Obst, wir ertasteten das verschiedene Obst und Gemüse.
Am Ende der Tour kamen wir in der „Dunkelbar“ an. Dort konnten wir uns etwas zum Essen und Trinken bestellen. Unser Führer hat uns gefragt, wie uns die Tour gefallen hat und erzählte uns, dass er selbst blind sei. Wir konnten ihm Fragen stellen und haben erfahren, dass alle Leute, die die Gruppen führten, eine Sehbehinderung haben oder sogar blind sind. Danach sind wir noch in das Dialog Kasino gegangen, wo verschiedene Blindenspiele gewesen sind. Zum Beispiel musste sich ein Schüler eine Augenmaske aufsetzten und seine Partnerin hat ihm Anweisungen gegeben, was er mit den Bausteinen bauen sollte. Ohne etwas zu sehen, nur durch das Erfühlen der Bauklötze, hat er einen Turm gebaut. Dieser Besuch im Dialog Museum ist im Großen und Ganzen eine sehr interessante Erfahrung gewesen, es hat sehr viel Spaß gemacht und ich persönlich finde, dass das Dialog Museum uns Schülern sehr gut verdeutlicht hat, was sehbehinderte Menschen im Alltag alles meistern müssen, und das alles ohne fremde Hilfe. Aber vor allem schätzt man, dass uns so ein Schicksal erspart bleibt. Für alle die noch nicht im Dialog Museum gewesen, es lohnt sich auf jeden Fall.
Khadra Ahmed |