Liebe Kolleginnen und Kollegen
Wer bleibt jetzt noch zur Verabschiedung übrig?
Es ist Bernd Netzer
Einer der letzten Kollegen, die mehr als 30 Jahre in der Ludwig-Erhard-Schule verbracht haben.
(Ausschnitte aus der Rede von Frau OSTD Helga Rothenberger zur Verabschiedung von Herrn Bernd Netzer)
Nach meinen Unterlagen wurde er am 01.02.1974 eingestellt, um die Fächer Englisch und Französisch gut 35 Jahre unserer Schule zu unterrichten. Leider versandete ein Fach durch mangelndes Schülerinteresse im Laufe der Jahre. Im November 1997 durfte ich ihm die Urkunde zum 25jährigen Dienstjubiläum überreichen. Ich könnte Ihnen jetzt die Personalakte von Herrn Oberstudienrat Netzer vorlesen, aber ich stelle Ihnen lieber den Bernd Netzer vor, wie ich ihn in den 20 gemeinsamen Jahren empfunden habe:
- Ich sehe einen frohen und ausgeglichen Menschen, der immer ein nettes Wort fand – auch in Zeiten, wenn es ihm nicht so gut ging.
- Ich sehe einen Menschen, über den sich die Schüler immer lobend ausgesprochen haben.
- Ich sehe den fachkompetenten Lehrer, der seinen Erziehungs- und Bildungsauftrag engagiert wahrnimmt.
- Ich sehe den Mann, der bis zum letzten Schultag jungen Lehrkräften richtungsweisend war.
- Ich sehe den bestangezogensten Lehrer der Schule mit einer schier unendlich erscheinenden Krawattensammlung.
- Ich sehe einen schlanken großen Mann, dem eine Kollegmappe als Schultasche reichte.
- Ich sehe den Sportler – den Marathonläufer – der seine Ausdauer auch auf die berufliche Leistung –vor allem in den Korrekturzeiten - übertragen hat.
Heute verlässt er uns freiwillig ein Jahr vor dem Erreichen der regulären Pensionsgrenze. Er nutzt die Vorruhestandszeit. Für diese Zeit möchte ich Ihnen -lieber Herr Netzer -einen Satz von Wilhelm Busch mitgeben:
"Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge“.
Wir haben öfter darüber gesprochen, dass die Kinder – ihr Enkelkind und meine kleine Nichte uns hierfür wieder sensibilisieren. Ich wünsche Ihnen ab sofort Zeit für die „kleinen Dinge“ Leben, die uns auch ein wenig zum Träumen verführen.
Heute darf ich mich ganz ganz herzlich für Ihre Arbeit in der Ludwig-Erhard-Schule bedanken. Wieviele Schülerinnen und Schüler Sie mitgeprägt haben, können nur Sie selbst zählen! |