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Rote Hände gegen Einsatz von Kinder-Soldaten PDF Drucken E-Mail
27.01.2009 Höchster Kreisblatt

Rote Hände gegen Einsatz von Kinder-Soldaten

kindersoldaten01Isabelle Hubbert lässt sich von Natalie Koch die rote Farbe auf die Hand auftragen, die sie dann auf ein weißes Papier drückt und so ihren Handabdruck hinterlässt. Foto: Maik Reuß
 
Von Sabine Henrichs
 
Unterliederbach. Es sind Bilder, die auch die 18-jährige Lara Begeré nicht unberührt lassen: Kinder, kaum älter als sechs oder sieben Jahre, die scheinbar unberührt mit gefährlichen Waffen hantieren. Ein gewisser Stolz spiegelt sich in ihren Gesichtern wieder, gemischt mit der kindlichen Naivität, die verdeutlicht, dass sie sich der Gefährlichkeit ihres Tuns nicht bewusst sind. «Viele Kinder greifen sicherlich nicht freiwillig zur Waffe, sondern weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Sonst würden sie auf der Straße enden», ist sich Lara Begeré sicher.

Gemeinsam mit ihren Mitschülern der Ludwig-Ehrhard-Schule nahm die 18-Jährige gestern an der Aktion «Rote Hand» teil. Mit einem roten Handabdruck, den sie auf einem weißen Blatt Papier hinterließen, protestierten sie gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Organisiert hatte diese Aktion Schulpfarrer Uwe Kunz mit seinen vier Klassen in Kooperation mit dem Kinderhilfswerk «Terre des hommes».

Gemeinsam mit anderen Institutionen möchte Terre des hommes insgesamt eine Millionen solcher roter Hände sammeln, um diese am 12. Februar an einen Vertreter der Vereinten Nationen in New York abzugeben und dadurch ihren Protest gegen den Einsatz von Kindersoldaten auszudrücken. «Wir haben schon viele solcher Aktionen durchgeführt, aber bislang haben sie leider keine Wirkung gezeigt. Trotzdem geben wir unsere Hoffnung nicht auf», sagt Inge Urban von der Arbeitsgruppe Frankfurt der Organisation Terre des hommes.

Das Engagement ist nachvollziehbar, gibt es doch erschreckende Zahlen: in Afrika gibt es insgesamt 120 000 Kindersoldaten, in Burma 80 000 und in Kolumbien werden rund 14 000 Kinder zum Umgang mit Waffen gezwungen.

Die Idee, sich an der Aktion «Rote Hand» zu beteiligen, hatte Kunz, nachdem er auf dem Museumsuferfest von der Hilfsorganisation erfahren hatte. «Im Gegensatz zu einem politischen Thema ist solch eine Aktion gegen den Einsatz von Kindersoldaten unproblematisch, da wir viele Schüler mit einem Migrationshintergrund haben», berichtete Kunz.

So zeigten sich in seinen Klassen meist rege Diskussionen, als der Schulpfarrer das Thema ansprach und die Schüler zeigten sofort ein großes Engagement, sich an der Aktion zu beteiligen. Sie bastelten Plakate und sammelten Informationsmaterial, um dadurch auch ihre Mitschüler für das Thema zu sensibilisieren.

«Ich möchte durch die Beteiligung an der Aktion vor allem versuchen, den Blick der Schüler zu öffnen und ihnen zu vermitteln, dass es auch eine Welt gibt, die anders aussieht als ihre eigene», erzählt Kunz. Zwar ist ihm klar, dass solch ein Protest kurzfristig keine Umsetzung bewirken kann, dennoch ist es ihm wichtig, für Aufmerksamkeit zu sorgen. «Nichtstun verändert nichts», so der Schulpfarrer.

Auch für Schulleiterin Helga Rothenberger ist die Auseinandersetzung mit dem Thema der Kindersoldaten eine Notwendigkeit. «Der Einsatz von Kindern als waffentragende Soldaten bedeutet eine gravierende Menschenrechtsverletzung. Deshalb ist es mit einem erneuten Appell an die Verantwortlichen der Uno-Kinderrechtskonvention nicht getan: Vielmehr gilt es den Boden auszutrocknen, auf dem diese gravierende Menschenrechtsverletzung gedeiht», so Helga Rothenberger.

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© 2009 Frankfurter Neue Presse
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. Januar 2009 um 15:59 Uhr
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