"Coachings für Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche" an der Ludwig-Erhard-Schule Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Höchster Kreisblatts, Tageszeitung für den Maintaunuskreis und den Frankfurter Westen.
So klappt´s mit der Bewerbung von Jöran Harders
Unterliederbach. Die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch ist für einen Jugendlichen, der einen Ausbildungsplatz sucht, ein erster Erfolg. Schließlich bedeutet die Einladung, dass das Bewerbungsschreiben das Interesse des potenziellen Ausbilders geweckt hat. Andererseits sehen viele Bewerber dem persönlichen Gespräch mit gemischten Gefühlen entgegen, bietet es doch nicht nur die Chance, sich von seiner besten Seite zu zeigen, sondern auch zahlreiche Möglichkeiten, durch einen Fehler einen weniger positiven EIndruck hervorzurufen. "Bei einem Projekt zur Berufsvorbereitung an einer Hauptschule hat sich gezeigt, dass die meisten Schüler vor allem Rollenspiele für nützlich hielten, die sie auf diese Gesprächssituation vorbereiten", erklärt Axel Hausching, Mitglied des Vereins "Liberaler Mittelstand Frankfurt/Offenbach".
Bewerbungsgespräche unter möglichst realen Bedingungen standen daher auch em Ende eines "Coachings für Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche" an der Ludwig-Erhard-Schule, das der Verein organisiert hatte. Um die gewünschte Realitätsnähe zu erzielen, wurden dafür Personalverantwortliche verschiedener Unternehmen eingeladen. "Zwar war die Situation für die Schüler nicht ganz die gleiche, weil die Gespräche nicht im Unternehmen, sondern im vertrauten Umfeld der Schule geführt worden sind, aber ich habe mich mit den Jugendlichen genauso unterhalten, wie mit einem Bewerber für einen Ausbildungsplatz", meinte Bezirksleiter Rolf Würz von der Frankfurter Geschäftsstelle der Debeka. Für ihn sei ein überzeugendes Auftreten im Gespräch weitaus wichtiger als das Erfüllen formaler Kriterien. Dabei verlasse er sich durchaus auf sein Gefühl. "Entscheidend ist die Persönlichkeit eines künftigen Auszubildenden, nicht so sehr Schulnoten. Jemand, der nicht von selbst auf Menschen zugehen kann und der nicht teamfähig ist, passt nicht in eine Versicherung", stellte Würz fest. Dabei werde von einem 16- 20-Jährigen noch nicht erwartet, dass er diese Eigenschaften schon "in perfekter Form" habe, aber sie müssen im Ansatz erkennbar sein.
Vor den Gesprächen hatten die Schüler der Abschlussklasse der Höheren Berufsfachschule eine Bewerbung erarbeitet, in fünf Dopperstunden haben sie die Grundlagen des Bewerbungsprozesses kennen gelernt. Der Kontakt mit den Fachleuten aus der Wirtschaft sollte den Jugendlichen nicht nur Hilfestellung für die Bewerbung und die Wahl des richtigen Ausbildungsplatzes geben, sondern ihnen auch "den Ernst der Lage auf dem Arbeitsmarkt vor Augen führen", wie Axel Hausching betonte. So gebe es etwa für die rund 30 AUsbildungsplätze bei der Offenbacher Mercedes-Niederlassung in diesem Jahr gut 100 Bewerbungen.
Zum ersten Mal mit der Situation eines Bewerbungsgesprächs konfrontiert worden sei sie während des Coaching-Projekts, erzählte Tanja Gumpp. "Das Gespräch war sehr realistisch, und ich war aufgeregt, obwohl es nicht wirklich um eine Stelle ging", erklärte die Schülerin. Die Nervosität war durchaus berechtigt, denn die anderen Schüler durften zuhören und hinterher kommentieren, was Tanja gut und was sie schlecht gemacht hatte.
Weil alle Beteiligten eine positive Bilanz des Projekts gezogen haben, soll es, wenn möglich, schon im September wiederholt werden. "Dann wäre es auch schön, wenn die Schüler in die Unternehmen gehen könnten", wünschte sich Schulleiterin Helga Rothenberger. Zudem wollen die Organisatoren den Kurs auf 18 Monate ausdehnen, damit die Teilnehmer sich an realen Bewerbungsverfahren beteiligen können. Für dei Übungen sucht der Verein Liberaler Mittelstand noch weitere Firmen, damit die Schüler die Möglichkeit haben, ein breites Spektrum an Ausbildungsplätzen kennen zu lernen. Interessierte Firmen können sich per E-Mail melden:
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