25. Nov 2007 |
|
Am Montag, den 22. Oktober 2007 machten sich ungefähr 70 Schülerinnen und Schüler mitsamt Lehreranhang auf zu einer über neunstündigen Zugfahrt in unser Nachbarland Tschechien. Nach morgendlichem Treff am Frankfurter Hauptbahnhof kamen wir am späten Nachmittag am kleinen Prager Bahnhof an, trotteten in einer riesigen Gruppe einfach irgendjemandem hinterher, in der Hoffnung, nicht gleich am Anfang abhanden zu kommen. Wie es aussah haben wir jedoch, trotz längerer Warterei und einigem Umsteigen und Laufen bis zu unserem Hotel Luna keinen verloren. Glück gehabt.
Wie man sich vorstellen kann, war der Montag schnell vorüber und viele im Grunde Der Dienstag war zunächst einmal bestimmt von eisigem Wetter. Dass genau auf diesen Tag die große Stadtführung gesetzt war, war leider ein dummer Zufall. Dafür erfuhren wir so einiges von unserem Guide, einer Dame, die hin und wieder sehr gerne aus dem Nähkästchen plauderte. Durch Passagen und Gässchen führte man uns. Die einen zum Pulverturm (damals Lagerort für Schießpulver), andere an Orte, die man vielleicht als Tourist, der des Hintergrundes unwissend ist, übersehen hätte. Mit dabei war auf jeden Fall das Judenviertel mit seiner Synagoge und einem kurzen Blick auf den jüdischen Friedhof. Auch die Wohnorte des Literaten Franz Kafka oder die Legenden um die drei Prager Fensterstürze waren zentrale Punkte unserer Führung durch Prags und Tschechiens Geschichte. Unmöglich, sie nicht zu entdecken und ihre Historie zu erfahren, war natürlich die astronomische Uhr am Rathaus. Geographisches Ziel der Stadtführung war die Karlsbrücke und die Figur des Der Mittwoch startete mit einer Busfahrt ins Prager Umland. Genauer gesagt zu den Skodawerken und den Produktionshallen von Oktavia und Co.Unterstützt von einigen Kundigen erhielten wir schon auf der Fahrt Informationen über das der Volkswagengruppe zugehörige Werk, das vor Ort den größten Arbeitgeber stellt.Zwei Produktionshallen wurden besichtigt. Zum einen erhielten wir einen Einblick in den Zusammenbau des Getriebes, zum anderen durften wir von einer Plattform aus der Endmontage des Skoda Oktavia beiwohnen.
Abends galt es, echte Prager Kultur zu genießen und selbst zu erleben. Das Schwarze Theater brachte sein Programm „Life is Life“ auf die Bühne und band sogar eine unserer Mitschülerinnen in das laufende Geschehen ein. Auch durch umher fliegende überdimensionale Luftballons forderte man uns zum kleinen Spiel heraus. Die Kunst des Schwarzen Theaters wurde uns erst nach der Vorstellung kurz offengelegt. Dabei werden speziell gefertigte Gegenstände von dunkelgekleideten Helfern bewegt. Auch unsere Lehrer durften sich an dieser Kunst versuchen. Doch das ganze Geheimnis muss dann wohl jeder selbst für sich entdecken. Am Freitag sahen alle eigentlich nur noch Bahnhöfe, Gleise und Koffer. Fast zehn Stunden Zugfahrt mussten vergehen, bis wir wieder in der Mainmetropole angelangt waren und uns in alle Winde zerstreuten. Die beiden in Prag verbliebenen Gruppen folgten uns erst einen Tag später nach Hessen nach. So einiges wurde wieder erlebt, neue Erkenntnisse wurden gewonnen und vielleicht auch die eine oder andere Bekanntschaft gemacht, die im normalen Schulalltag wohl möglich überhaupt nicht zustande gekommen wäre. Insofern hat doch alles wieder einmal sein Gutes. (Corinna Schreck, MI 14. November 2007) |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 25. November 2007 um 17:08 Uhr |









Schon am Abend traf man sich nach kurzer Pause und begonnenem Auspacken unten an der Rezeption zum gemeinsamen Marsch in die Stadt zur allgemeinen Orientierung. Ausgerüstet mit warmer Kleidung stapften so einige bei Dunkelheit durch Tschechiens Hauptstadt, um sich erst einmal ein Bild zu machen, wo man überhaupt war und wie man – ausgestattet mit einwöchiger Bahnkarte - von A nach B gelangte.
nur noch mit der Nahrungssuche beschäftigt. Das billige Essen, wie man es in Tschechien immer so angepriesen hatte, war anscheinend in den letzten Jahren auch immer teurer geworden - bis auf das Bier versteht sich -, aber man konnte immer noch bequem für 6-8 Euro (oder 150- 200 Kronen) satt und zufrieden werden.
Heiligen Nepomuk. Somit war der Grundstein für das Zurechtfinden in der 1,2 Millionen Stadt gelegt. Erst am nächsten Morgen bemerkte man beim Frühstück, wer aufgrund vorabendlicher Beschäftigungen lieber im Bett geblieben war und auf das nicht sonderlich abwechslungsreiche Essen verzichtet hatte oder mit verquollenen Augen durch den Raum schlurfte. Die Frage nach dem Befinden des Anderen wurde wie so oft zum morgendlichen Standardritual.
Der letzte Programmtag vor der langen und mühsamen Rückfahrt in die Heimat war wieder ein Gang an die frische Luft. Jetzt wussten wir ja, wie tückisch das tschechische Wetter sein konnte und waren dementsprechend mit sämtlicher Kleidung ausgerüstet, die Wärme versprach. Nach der Fahrt auf den Hradschin, auf dem die Prager Burg thront, geleiteten uns die bereits bekannten Gesichter von der Stadtführung durch Prags wohl schönstes Viertel. Angrenzend an die „Neue Welt“, das Komponist Antonin Dvorak zu seiner Komposition „Aus der Neuen Welt“ beflügelte, sahen wir den Regierungssitz und wohnten einer Wachablösung vor der Prager Burg bei, bevor wir uns in die gigantische Schlange zum Eingang in den St.-Veits-Dom einreihen durften. Baumeister Matthias von Arras begann im 12. Jahrhundert mit dem Bau, den Peter Parler nach dessen Tod weiterführte. Erst 1929 wurde die 124 m lange, 60m breite und 34 m hohe Kathedrale wirklich fertig gestellt. In dem, sich auf der rechten Seite befindlichen Vladislav-Saal wurden früher böhmische Könige gewählt, Staatspräsidenten vereidigt und adelige Taufen vollzogen. Die sich am Turm befindliche Uhr kann nur lesen, wer beide Teiluhren miteinander verbindet, da diese unabhängig voneinander in einem Ziffernblatt die Stunde und im anderen die Minuten anzeigt. Die Umgebung des Doms führt mit entsprechender Führung unweigerlich in das „Goldene Gässchen“, dessen Name lieblicher klingt als der Ursprung es vermuten lässt. Auch in einem an der Burgmauer direkt angebauten Haus weilte Franz Kafka hin und wieder und verfasste dort seinen „Landarzt“. Mit dem Blick auf die Prager Stadt, die sich hauptsächlich auf der anderen Seite der Moldau befindet, ging es wieder hinunter, wo wir uns wieder unseren Privatvorhaben widmeten.