Nun ist es wissenschaftlich belegt: nicht nur CO2, Feinstaub oder der Dieselruß des nahen Straßenverkehrs belasten die Luft in den Rüsselsheimer Klassenräumen. Eine wissenschaftliche Untersuchung in 17 Schulen der Stadt, vorgelegt vom Institut für Umwelttechnik an der Fachhochschule Wiesbaden, hat schon im Mai ergeben, dass die gesundheitsgefährdende Luft an ihrer Arbeitsstellte durch die Schülerinnen und Schüler selbst verursacht wurde: Rückstände von Haarspray und Gels, Deo, Schminke und Lippenstift belasten das Klima in den Klassenräumen.
Über 113 Substanzen wurden gemessen, von denen 2/3 aus den klassischen Kosmetikprodukte stammten - diese könnten Allergien auslösen oder verstärken. Darüber hinaus fanden die Wissenschaftler auch noch deutliche Spuren gesundheitsgefährdender Putzmittel. Die Sprecherin der Stadt versicherte, das Problem mit den Putzmittel durch entsprechende Anweisungen an die Reinigungsfirmen behoben zu haben; weit schwieriger sei das Problem mit den Kosmetikbelastungen aus der Welt zu schaffen. Die Stadt sieht keine Möglichkeit, den Schülerinnen und Schülern vorzuschreiben, ungeschminkt oder mit ungegelten Haaren zum Unterricht zu erscheinen. Hier müsse, so das Kultusministerium, die Schulen in Eigenverantwortung Regelungen finden. Die Sprecherin des Kultusministeriums, Susanne Rothenhöfer, bestätigte, dass ihre Behörde noch keine Kenntnis von den Ergebnissen der Studie habe. Deshalb sehe sie auch keinen Raum für einen Erlass von höchster Stelle. Zudem scheut Professor Stein davor zurück, die gesundheitsgefärhdende Produkte beim Namen zu nennen, um Proteste der Hersteller oder sogar mögliche Schadenersatzforderungen zu vermeiden.
Quelle: Höchster Kreisblatt, 19. Juli 2008
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