Die CD-Verkäufe der Musikindustrie sind weiter rückläufig. Besonders bei der jüngeren Zielgruppe spielt das Internet bei der Beschaffung von Musik heute die zentrale Rolle. Studien zufolge verfügen die zwölf bis neunzehnjährigen im Durchschnitt bereits über einen Musikfundus von mehr als 1000 Songs. Acht Prozent der männlichen Jugendlichen geben sogar an, mehr als 5000 Songs gespeichert zu haben.
Einer britischen Studie zufolge sind die MP3-Player von Teenagern und Jugendlichen mit im Schnitt weit über 800 illegal kopierten Songs befüllt. Einer von der Universität von Herfordshire erstellten Studie zufolge befinden sich auf MP3-Playern von 14 bis 24-jährigen Anwendern im Schnitt 842 illegal kopierte MP3-Titel.
Die Studie ergab auch, dass in den betrachteten Altersgruppen die MP3-Player-Besitzer im Schnitt rund 1770 Lieder auf ihrem Gerät abgelegt haben. Davon sind somit rund 48 Prozent illegal kopiert worden. Die Rate der illegal kopierten Songs steigt bei den zwischen 14- und 17-Jährigen auf 61 Prozent. Zusätzlich sind in dieser Altersgruppe 14 Prozent der im Besitz befindlichen Musik-CDs raubkopiert. Die Studie ergab außerdem, dass 96 Prozent aller 18- bis 24-jährigen Anwender illegale Kopien anfertigen, während es bei der Altersgruppe von 14 bis 17 Jahren nur bei 89 Prozent der Fall ist. Zwei Drittel kopieren CDs von Freunden. Ebenso viele tauschen Songs per Mail oder kopieren die gesamte Musik-Sammlung auf einem MP3-Player einer anderen Person in einem Rutsch. (PC-WELT ) Schnell und unkompliziert lassen sich jedoch Songs aus Musikportalenoder Tauschbörsen im Internet herunterladen. Jugendliche nutzen die Angebote im Internet jedoch oft zu unkritisch. Problematisch ist die Nutzung von Tauschbörsen mit Musikstücken im Angebot, die nicht zur kostenlosen Verbreitung eigentlich freigegeben sind. Wer beim Musikdownload Urheberrechte missachtet muss mit unangenehmen juristischen und finanziellen Folgen rechnen. Nach Angaben der Musikindustrie verursachen illegale Musikdownloads einen finanziellen Schaden in Millionenhöhe. Verständlich also, wenn sich die Plattenfirma gegen illegale Downloads wehrt. Anwaltskanzleien haben sich darauf spezialisiert, die Interessen der Unterhaltungsindustrie auf dem Rechtsweg durchzusetzen. Abmahnungen vom Anwalt mit nicht unerheblichen Schadenersatzforderungen sind derzeit kein Einzelfall. Allerdings beobachten Verbraucherschützer, dass die Maßnahmen der Musikindustrie bei Urheberrechtsverletzungen nicht selten übers Ziel hinausschiessen. Die Höhe der Schadensersatzforderungen und der Anwaltskosten hängt in der Regel davon ab, wieviele Songs man illegal zum Download angeboten oder heruntergeladen hat. Der Gesetzgeber hat die Anwaltsgebühren für Bagatellverstöße auf 100 € begrenzt. Das Herunterladen von Songs aus eine der vielen Tauschbörsen ist in der Regel juristisch problematisch, da in der Rege Musikstücke angeboten werden, die eigentlich nicht zur kostenlosen Verbreitung freigegeben sind. Sollten sie nicht sicher sein, dass der Song, den sie herunterladen möchten, freigegeben ist, sollten sie auf jeden Fall auf den Download verzichten und nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten. Unkritische Jugendliche erwidern oft an dieser Stelle, sie hätten zwar Songs herungergeladen, aber nie Songs im Internet angeboten. Der Internet-Fachmann und Jurist wird ihnen jedoch in Kürze klar machen, dass sie, sobald sie in einer Tauschbörse einen Song oder Album herunterladen, es auch technisch gesehen gleichzeitig im Internet anbieten und verbreiten.
s. Urheberrrechte
Welche Alternativen gibt es, legal an Songs im Internet zu kommen?
Eine erste Alternative wäre: Kostenpflichtige Musikportale bieten einzelne Songs schon für 1,00 € an oder die unbegrenzte Download-Möglichkeit für eine Monatspauschale von etwa 10,00 €. Teilweise gibt es auch Musikportale, die Songs kostenlos ins Internet stellen: www.checked4you.de/netzmusik Über das Portal www.tonspion.de kann man legal Songs finden, die von Newcomer-Bands zu Werbezwecken kostenlos verbreitet werden, um bekannt zu werden. Achten sie bei solchen kostenlosen Angeboten jedoch unbedingt darauf, dass es sich nicht um eine Abzocke handelt und sie ungewollt ein Abonnement eingehen und es damit kostenpflichtig wird. Skeptisch sollten sie spätestens dann werden, wenn sie persönliche Daten, z.B. für eine Anmeldung, herausrücken sollen. Zweite Alternative: Sollte Ihre Musiksammlung anfänglich noch recht übersichtlich sein, erfahren sie in dem PC-WELT-Ratgeber "MP3-Player kostenlos und legal befüllen", wo sie sich im Internet mit tausenden Musik-Titeln versorgen können, ohne rechtliche Probleme fürchten zu müssen. In der Natur der Sache liegt allerdings, dass auf den genannten Seiten eher unbekannte, aber nichtsdestotrotz durchaus interessante Künstler zu finden sind. Eine dritte legale kostenlose Möglichkeit zu Songs aus dem Internet zu kommen, ist einfach Musik von Internetradios (z.B. radio.de) mitzuschneiden. Dazu gibt es im Internet spezielle Software, die sie herunterladen können: z.B. www.radiograbber.de/ oder www.clickster.de. Damit erhalten Sie innerhalb kürzester Zeit eine mehrere tausend Titel umfassende Musiksammlung. Wie Sie dabei vorgehen müssen, erklärt ihnen ausführlich der PC-WELT-Ratgeber: "Web-Radios mit Clipinc 4.0 aufnehmen".
Musik-Download von Last.fm, Myspace etc. leicht gemacht
Auf zahlreichen Seiten wird Musik per Streaming angeboten, d.h. zum online anhören; alles, was man am PC anhören kann, kann man auch mitschneiden (rippen). Wie umständlich das wird, hängt von der Seite und der verwendeten Software ab. Free Music Zilla verspricht einfachstes Abspeichern der Streaming-Formate von allen gängigen, großen Social-Music-Sites. Mit einer Einschränkung: der Download ist auf maximal 10 gerippte Songs am Tag beschränkt. Ansonsten ist die Bedienung recht einfach. Nach Installation erkennt das Programm automatisch im Hintergrund, wenn auf einer der unterstützten Sites Musik gestreamt wird. Der Track wird gegrabbt und kann dann per Mausklick heruntergeladen werden. Unterstützt wird unter anderem last.fm, Pandora und MySpace. Abgespeichert werden die Files in den vorgegebenen Dateinamen: zum Abspielen und Ordnen muss man sich somit an den ID3-Tags der Tracks orientieren oder manuell umbenennen. Mit der 10-Song-Begrenzung und dürfte FreeMusicZilla weniger der Grundstein einer schnell erstellten Musikbibliothek werden. Jedoch, zum einfach mal auf die Schnelle den einen neuen Lieblingssong ohne viel Aufwand direkt von der Website zu rippen, ist das Programm gut zu gebrauchen.
Überblick: MP3s gratis aus dem Netz
|
Name
|
Kategorie
|
Internet
|
Sprache
|
|
23 Seconds
|
Netlabel
|
|
englisch
|
|
All of MP3
|
MP3-Portal
|
|
deutsch
|
|
Artist Direct
|
Marketing-Tracks
|
|
englisch
|
|
Digitalsounds
|
Nachwuchs/Promotion
|
|
deutsch
|
|
Download.com
|
Download-Portal
|
|
englisch
|
|
elixic.de
|
Musik-Portal
|
|
deutsch
|
|
Garageband
|
MP3-Portal
|
|
englisch
|
|
Glide Magazine
|
Magazin
|
|
englisch
|
|
Last FM
|
Social Webradio
|
|
deutsch
|
|
Mercedes-Benz Mixed Tape
|
Marketing-Tracks
|
|
deutsch
|
|
MP3.net
|
MP3-Portal
|
|
deutsch
|
|
MP3.com
|
MP3-Portal
|
|
englisch
|
|
MP3.de
|
Musik-Portal
|
|
deutsch
|
|
Music Download 24
|
Musik-Promotion
|
|
deutsch
|
|
Musopen
|
MP3-Portal
|
|
englisch
|
|
Peoplesound
|
Musik-Portal
|
|
englisch
|
|
Phlow
|
Musik-Portal
|
|
deutsch
|
|
Pooltrax
|
Musik-Portal
|
|
deutsch
|
|
Purevolume
|
Nachwuchs
|
|
englisch
|
|
Rowolo
|
Musik-Portal
|
|
deutsch
|
|
Selva Elettrica
|
Netlabel
|
|
englisch
|
|
Tonmagnet
|
Netlabel
|
|
deutsch
|
|
Tonspion
|
MP3-Musikmagazin
|
|
deutsch
|
|
Track4
|
MP3-Portal
|
|
deutsch
|
|
Tune Finder
|
Musiksuche
|
|
deutsch
|
|
|
|
|
|
weiterführender Link: Frank Patalong und Konrad Lischka: So laden Sie Musik herunter - kostenlos und legal (Spiegel Online)
|