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VORBEREITUNG DER KOMMUNALWAHL IM POLITIKUNTERRICHT DER BÜA-KLASSE 10BF09
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Im Rahmen eines Projektes zum Nationalsozialismus ist es Frau Strewitz und den Schülerinnen und Schülern der Klasse 11F4 der Fachoberschule gelungen, die Zeitzeugin Frau Janowska-Ciońćka für ein Online-Interview zu gewinnen.

20210701 Zeitzeugin

Um ihre Schülerinnen und Schüler für die leider noch immer aktuellen Problemfelder Rassismus und Antisemitismus zu sensibilisieren, plante die Politiklehrerin Frau Strewitz eine mehrwöchige Unterrichtsreihe zum Thema Nationalsozialismus, die ihren Abschluss in dem virtuellen Zusammentreffen der Jugendlichen mit einer Überlebenden des Holocausts gefunden hat.

In Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Marc Fachinger, der das Projekt „Zeitzeugen“ des Bistums Limburg leitet, und dem Maximilian-Kolbe-Werk wurde ein Online-Interview mit der 85-jährigen Anna Janowska-Ciońćka organisiert, die ihre Erfahrungen mit jungen Menschen teilen möchte, um ihnen mit auf den Weg zu geben, wie wichtig es ist, jede Form des Rassimus zu bekämpfen.

Frau Janowska-Ciońćka wurde 1936 als Kind einer polnisch-jüdischen Familie in Krakau geboren und überlebte den Holocaust, indem sie sich drei Jahre lang mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in einem entlegenen Dorf versteckte. Heute lebt sie in Krakau und ist Mitglied des Vereins der „Holocaust-Kinder“.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler der 11F4 sich mehrere Wochen im Unterricht auf die Online-Begegnung mit der Zeitzeugin vorbereitet hatten, begrüßte Herr Dr. Fachinger Frau Janowska-Ciońćka und die zugeschaltete Dolmetscherin am Morgen des 21. Juni 2021. Frau Strewitz ließ es sich nicht nehmen, die Zeitzeugin herzlich in ihrer Muttersprache Polnisch zu begrüßen und sich für ihr Engagement zu bedanken.

Im Rahmen einer Präsentation erhielten die Jugendlichen zunächst einen authentischen Einblick in das Leben der Holocaust-Überlebenden und gewannen so eine Vorstellung von den Schrecken jener Zeit und der Angst, in der Frau Janowska-Ciońćkas Familie lebte. Sie betonte eindrucksvoll, ihr Überleben sei der Hilfe einiger guter Menschen zu verdanken, die sich selbst in Gefahr begeben hatten, um sie und ihre Familie zu schützen.

Im Anschluss an die Präsentation begrüßten die Schülerinnen und Schüler ihren Gast mit einem „Dzien dobry, Pani Janowska!“ („Guten Morgen, Frau Janowska!“) und stellten die vorbereiteten Fragen. Besonders interessierte die Jugendlichen, wie sie mit den schlimmen Erlebnissen umgegangen sei und wie sie diese verarbeiten konnte.

Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich tief beeindruckt von der Biographie der Zeitzeugin und äußerten ihre Hochachtung dafür, dass Frau Janowska-Ciońćka ihre Erfahrungen mit anderen teilt, um die Welt etwas besser zu machen. So sagte zum Beispiel der 18-jährige Linus in der Nachbesprechung des Online-Interviews „ Jeder sollte sich dafür einsetzen, Rassismus und Antisemitismus zu bekämpfen!“ und sein Mitschüler Mehmet (17) betonte, wie wichtig es doch sei, Zivilcourage zu zeigen, wenn einem antisemitische Aussagen zu Ohren kommen.

Auch Frau Strewitz zog ein positives Resümee aus der Veranstaltung und hofft, künftigen Klassen ähnliche Erfahrungen ermöglichen zu können.