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Ein Bericht der Schüler/-innen der 10DM1 zum inklusivem Theaterprojekt der Klasse 10DM1:

Ein Teil des Projektes war unser Besuch des Theaterstücks „See You“ in den Kammerspielen Frankfurt, welches durch Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten mit und ohne körperliche oder geistige Beeinträchtigung mit großem Engagement und Leidenschaft aufgeführt wurde.

Das Stück erzählt die Geschichten von sechs Kindertransportkindern aus Frankfurt und spiegelt eindrücklich die Gefühlswelt wider, in der sich die flüchtenden jüdischen Kinder befanden. Dabei standen das Thema Fremdbestimmung und die Schaukel als Requisite des kindlichen Aspektes im Vordergrund.

 

Was sind "Kindertransportkinder?"

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 waren vom nationalsozialistischen Regime Gewaltmaßnahmen gegen Juden in Deutschland und Österreich organisiert und gelenkt worden. Vielen ist diese Nacht als Reichspogromnacht bekannt. Dies hatte zur Folge, dass Ende November 1938 über 10 000 Kinder, die als „jüdisch“ im Sinne der Nürnberger Gesetze galten, aus dem Deutschen Reich und anderen bedrohten Ländern nach Großbritannien fliehen mussten. Die meisten sahen ihre Eltern nie wieder.

Diese Ausreise der Kinder wird als Kindertransport bezeichnet und ist international als „Refugee Childrens Movement“ bekannt.

Sehr beeindruckend war, dass die Biographien der jugendlichen Darsteller/-innen mit den Rollen verwoben waren und sie ihre persönlichen Lebensgeschichten offen erzählt haben. Dabei haben uns die Erfahrungen der geflüchteten Kinder mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und die schweren Einzelschicksale sehr beschäftigt.

Eine Frage kam immer wieder auf: Wieso passiert so etwas gerade Kindern, welche doch eigentlich geschützt werden sollten?

Wir sind der Meinung, dass das Thema Rassismus nicht oft genug besprochen werden kann. Das Stück „See You“ zeigt sehr emotional, wie Kinder unter Diskriminierung leiden und diese teilweise auch überhaupt nicht verstehen. Obwohl das Stück in der NS-Zeit spielt, ist es traurig zu sehen, dass manche Situationen auch in der heutigen Zeit noch alltäglich sind.

Aufgrund von Bedrohung, Verzweiflung oder Perspektivlosigkeit lassen sich immer mehr Jugendliche auf einen lebensbedrohlichen Fluchtweg nach Europa ein. Sie wissen nicht, ob der neue Ort ihnen das Recht gibt zu bleiben, anzukommen und einen Neuanfang mit Perspektive zu bekommen. Dafür verlassen sie geliebte Menschen, ihr Zuhause und lassen alles hinter sich, was ihnen vertraut ist.

Auch manche Menschen nichts mehr davon hören wollen, bitten wir Euch, das Thema Rassismus nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und genau hinzusehen, denn es ist aktueller denn je!

Gemeinsam können wir Rassismus besiegen!

Die Anschlussaufführung zum ersten Stück, an der wir mitwirken, wird am 22.06.2022 in der Bockenheimer Warte aufgeführt.

Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Eure 10DM1

Celina, Marina, Ilayda, Joleen, Narin, Maaz, Noah, Bilal, Chadi, Alessandro, Samir, Nino, Leon, Kaylin, Abbas