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In den ersten Wochen des Schuljahres standen in den elften Klassen der Fachoberschule (FOS) das Kennenlernen und die gelungene Kommunikation in der Lerngruppe im Fokus: Im Rahmen einer dreitägigen Fortbildung, die mithilfe des hessischen Landesprogramms „Löwenstark – der BildungsKICK“ ermöglicht wurde, machten die neuen Schülerinnen und Schüler erfolgreich ihre ersten gemeinsamen Schritte auf dem Weg zur Fachoberschulreife.

Katrin Drößler, die Abteilungsleiterin der Jahrgangsstufe 11 der FOS, weiß, wie wichtig es für einen erfolgreichen Lernprozess ist, dass es Schülerinnen und Schülern gelingt, schnell eine Klassengemeinschaft aufzubauen, in der eine positive Lernatmosphäre herrscht und eine offene, wertschätzende Kommunikation gelebt wird. „Ein guter Start in die gemeinsamen zwei Jahre in der Fachoberschule ist der erste Schritt hin zu einem erfolgreichen Abschluss“, so die Abteilungsleiterin. Daher investiert sie auch stets viel Zeit und Herzblut in die Organisation der Kennenlerntage für die neuen Lerngruppen.

In diesem Jahr war es durch finanzielle Mittel, die durch das Programm „Löwenstark – der BildungsKICK“ zur Verfügung gestellt wurden, möglich, das Frankfurter Institut für Erziehungshilfen und Familienbegleitung e. V. (fief) in die Ludwig-Erhard-Schule (LES) einzuladen, um die Kennenlerntage zu moderieren. „Das eröffnete uns Lehrerinnen und Lehrern die Chance, uns selbst an den Übungen zu beteiligen und außerhalb unserer „normalen“ Rolle wahrgenommen zu werden“, erklärte Katrin Drößler. „So fiel es leicht, schneller eine Beziehung zu den neuen Lernenden zu knüpfen.“

Um den Lehrkräften der LES eine aktive Teilnahme an den Dialogischen Kennenlerntagen zu erleichtern, waren Klara Buchtova und Stephan Jung von fief bereits vor den Sommerferien zu Gast in der Ludwig-Erhard-Schule, um die Lehrer/-innen mit dem Dialogischen Ansatz und entsprechenden Übungen vertraut zu machen.

Zwischen Sommer- und Herbstferien waren die fief-Teamer/-innen dann an jeweils drei Tagen zu Besuch in den einzelnen Klassen, um zu einer starken Klassengemeinschaft beizutragen und damit Raum zum Lernen zu schaffen.

Am ersten Workshoptag standen in allen Lerngruppen die Kommunikation und Kooperation im Mittelpunkt: Ein Dialogkreis und verschiedene spielerische Übungen boten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit, sich kennenzulernen und eine funktionierende Kommunikation unter Beweis zu stellen. So musste z. B. eine Plane gewendet werden, ohne dass die darauf stehenden Jugendlichen diese verlassen haben oder es sollte ein freistehender Turm aus lediglich fünf Seiten Zeitungspapier errichtet werden. Für Spaß sorgte auch eine Gruppenübung, in der es unter Zeitdruck gleich drei Aufgaben zu bewältigen galt: eine gewisse Anzahl an Papierfliegern falten, die Teammitglieder zeichnen und möglichst viele Liegestütz auf’s Parkett bringen. Dies traf besonders zu, wenn auch die Lehrer/-innen die sportliche Herausforderung annahmen!

Der zweite Teil des Workshops beschäftigte sich mit den Themen Respekt, Beziehungen und Lernen. Im Dialogischen Kreis tauschten sich die Schüler/-innen darüber aus, was für sie Respekt bedeutet und verglichen ihre Ansichten mit den zuvor gesammelten Lehrer(-innen)stimmen. Verschiedene Achtsamkeitsübungen zeigten, wie man seinem Gegenüber Wertschätzung vermitteln kann. Daraufhin erhielten die Jugendlichen einen theoretischen Einblick, wie das Lernen nach Meinung der Hirnforschung funktioniert und absolvierten verschiedene Übungen, um zu erfahren, zu welchem Lerntyp sie selbst gehören.

Der letzte Tag der Fortbildung diente der ausgiebigen Reflexion des im Rahmen der Kennenlerntage Erlebten. Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler waren insgesamt sehr positiv. Man hatte schnell das Gefühl, gut in der neuen Schule und Klasse angekommen zu sein und sich zu kennen, wodurch Berührungsängste und Schüchternheit keine große Rolle mehr spielten.

Auch die nach den Herbstferien stattfindende Reflexionsrunde der Lehrkräfte attestierte den Dialogischen Kennenlerntagen Erfolg. „Viele Kolleginnen und Kollegen berichteten, dass es ihnen aufgrund der Workshops gelungen war, schnell einen Draht zu den neuen Schülerinnen und Schülern zu knüpfen, wovon sie im Unterricht profitieren konnten“, erzählte Katrin Drößler. Die Anregungen ihrer Lehrer/-innen nimmt sie dankbar mit in die Planung der Kennenlerntage 2023.